Du kennst diesen Moment: Eine Kundin setzt sich auf deinen Stuhl, zückt ihr Handy und zeigt dir ein superdetailliertes Set, das sie aus ihrem Feed gespeichert hat. „Kannst du das auch?“ Trendige Nail Art hält dein Terminbuch voll – und immer einen Schritt voraus zu sein, ist schon die halbe Arbeit.
Deshalb haben wir jemanden geholt, der diese Trends setzt, statt ihnen hinterherzulaufen. Jenny Longworth ist die Nail Artist hinter einigen der kühnsten Hände der Mode, von Rihanna bis zum Gucci-Laufsteg, und sie kam zu uns, um unser exklusives Sommer-Set zu kreieren: The Electric Mani.
Im Video unten siehst du, wie sie das komplette Set an DJ und Schauspielerin Rex Adams gestaltet – die Schritt-für-Schritt-Anleitung hast du so immer griffbereit, wenn du den Look bei einer Kundin nacharbeitest. Und wenn du die Technik einmal draufhast, bleib für den Teil, den wir am meisten lieben: wie aus einem Mädchen, das in einem Markt in Birmingham einen kostenlosen Nagel ausprobierte, die Frau wurde, die Modehäuser zuerst anrufen.
Die Masterclass: So entsteht Treatwells Electric Mani
Jenny Longworth: „Hi, ich bin Jenny Longworth und gestalte hier die Electric Manicure für Treatwell. In dieser Masterclass zeige ich dir, wie ich den Look kreiert habe. Als Grundlage haben wir die Nägel bereits in einem zarten Nude-Rosa lackiert, und jetzt bauen wir das French-Maniküre-Design mit all den verschiedenen Treatwell-Farben auf.“
„Beginne mit einem waagerechten Strich quer über den Nagel. Der sitzt genau dort, wo der höchste Punkt meines Bogens sein soll, und dient als Orientierung, um die Ecken auszufüllen und ein schönes, symmetrisches French zu formen. Das wirkt schmeichelhaft und lässt die Nägel länger und eleganter aussehen. Diesen Schritt wiederhole ich an allen Nägeln und variiere dabei die Farben.“
„Jetzt kommen ein paar winzige Punkte dazu. Halte das Dotting Tool nicht zu lange auf den Nagel, sondern setze nur schnelle, kleine Punkte – denn je länger du es aufdrückst, desto grösser wird der Punkt.“
„Dann ziehe ich meine Linien und nutze dabei die ganze Länge des Pinsels für einen gleichmässigen Strich. Für mich liegt der Schlüssel zu guter Nail Art darin, das Design so aussehen zu lassen, als liefe es über den Nagelrand hinaus.“
„Jetzt die Zebrastreifen. Am Anfang drücke ich etwas fester auf, damit die Linie dicker wird, und nehme zum Ende hin den Druck zurück, sodass sie dünner ausläuft.“
„Als Nächstes die Tigerstreifen, wieder mit der ganzen Länge des Pinsels. Mehr Druck am Anfang für eine dickere Linie, dann lasse ich nach, damit sie dünner wird.“
„Dann ein bisschen Gepardenmuster. Ich male kleine C-Formen, die in verschiedene Richtungen zeigen, mit kleinen Punkten dazwischen.“
„Bei jedem Nail-Art-Design ist der Top Coat der Schritt, der alles zusammenbringt und kleine Unregelmässigkeiten kaschiert. Halte die Nägel ins Licht und prüfe, ob sich irgendwo Dellen oder Lackpfützen gebildet haben. Dann feile ich noch ein wenig, gebe zum Schluss einen Hauch Nagelhautöl dazu – und fertig.“
Rex: „Danke.“
Jenny: „Gern geschehen.“
Rex: „Sie sehen zusammen toll aus.“
Jenny: „Ja, wunderschön.“
Jenny: „Danke fürs Zuschauen! Ich hoffe, unsere Electric Manicure für Treatwell hat dir gefallen und du hast nebenbei etwas dazugelernt. Danke euch, bis bald!“
Jennys Geschichte: von einem Gratis-Nagel in die erste Reihe der Mode
Jeder grosse Name im Salon-Business hat einmal klein angefangen. Für Jenny Longworth – heute die Session-Manikuristin hinter den meistbeachteten Händen der Mode – begann alles mit 16, in einer überdachten Markthalle in Birmingham, mit einem einzigen Gratis-Nagel.
Sie jobbte samstags in einem Café, als sie eine winzige Nagelbar mit dem Angebot „einen Nagel gratis testen“ entdeckte. Damals waren aufklebbare Kunstnägel aus dem Kiosk ungefähr das Höchste der Gefühle. Jenny liess sich eine Verlängerung machen, trug sie zwei Wochen lang am kleinen Finger zur Schule (nur diesen einen, weil niemand auch nur wusste, was Nagelverlängerungen überhaupt sind) – und da machte es klick. „Ich dachte mir: Weisst du was? Das wäre echt ein toller Job. Das könnte ich machen.“ Sie nahm einen Samstagsjob als Nageldesignerin an, und wie sie selbst sagt: Der Rest ist Geschichte.
Bis 2005 hatte sie eine Lücke entdeckt, die sonst niemand sah: Make-up-Artists bei Fashion-Shootings mussten die Nägel der Models selbst machen – und taten das nur widerwillig. Jenny sprang ein. Ein einziges einseitiges Shooting für i-D Magazine später stand ihr Telefon nicht mehr still.
Doch sie ist die Erste, die den Glamour entzaubert. Was auf dem Laufsteg mühelos aussieht, ist es fast nie. „Du siehst es auf dem Catwalk und denkst: oh, wie cool. Aber dir ist nicht klar, dass zehn Leute zwei Tage gebraucht haben, um diese Nägel zu machen. Du bist die ganze Nacht wach. Es dauert Stunden über Stunden. Es ist so eine Fummelei.“
Genau das lohnt sich festzuhalten – egal, ob du Nägel machst, Haare, Brauen oder den ganzen Salon führst: Die Nische, die sonst keiner will, ist oft die, die eine Karriere aufbaut. Jenny fand ihre an einer Nagelbar in einem Markt in Birmingham – und machte daraus einen Namen, den Modehäuser zuerst anrufen. Deine versteckt sich vielleicht in der Anfrage, die du immer wieder ablehnst, oder in der Technik, die du noch nicht ganz raushast.
Du willst mehr? Im vollständigen Interview erzählt Jenny von ihren liebsten A-List-Momenten, von den drei Tagen, in denen sie für Rihanna 3D-Blüten aus Gold von Hand baute, und davon, warum sie sich strikt weigerte, Rosalía einen natürlichen Nagel zu machen.
Bring die Electric-Energie in deinen Salon
Ob du eine Kundin für den Urlaub vorbereitest oder einfach deine handgemalte Technik weiterentwickeln möchtest: Die Electric Mani vereint die grössten Nageltrends der Saison in einem exklusiven Set, gemacht für Treatwell-Partner. Und wie Jennys Geschichte zeigt, verläuft der Weg von einem einzigen Nagel zum unverwechselbaren Signature-Look jedes Mal gleich: Finde deine Nische, perfektioniere dein Handwerk und trau dich, mutig zu sein.
Also schnapp dir deine Dotting Tools und mach deine Fineliner startklar. Und wenn du bereit bist, deine Arbeit vor mehr Kundschaft zu bringen: Treatwell hilft den richtigen Leuten, dich zu finden, zu buchen und immer wieder zu kommen.


