Bargeld verschwindet aus deinem Salon — die Bereitschaft, Trinkgeld zu geben, aber nicht. Die eigentliche Frage ist, ob dieses Zeichen der Wertschätzung noch bei deinem Team ankommt.

Früher regelte sich Trinkgeld von selbst. Ein Kunde liess ein paar Münzen liegen, deine Stylistin steckte sie ein, und niemand machte sich gross Gedanken. Jetzt, wo fast alle mit Karte bezahlen, passiert das nicht mehr automatisch. Wenn es nicht einfach ist, Trinkgeld zu geben, tun viele Kunden es schlicht nicht — und dein Team spürt die Lücke im monatlichen Verdienst. Trinkgeld gut zu handhaben — es einfach zu machen, fair zu verteilen und transparent zu sein — ist still und leise zu einem Teil davon geworden, einen guten Salon zu führen. So machst du es richtig.
Warum Trinkgeld immer noch zählt, auch wenn kaum jemand Bargeld dabei hat
Für viele Stylistinnen ist Trinkgeld ein echter Teil ihres Einkommens — kein Rundungsfehler. Es ist für Kunden eine Möglichkeit, sich für eine Arbeit zu bedanken, mit der sie wirklich zufrieden sind, und sagt etwas, was eine Lohnabrechnung nicht kann. Das Problem: Die Art, wie Menschen bezahlen, hat sich viel schneller verändert als die Art, wie die meisten Salons Trinkgeld einsammeln.
Wenn eine Kundin Trinkgeld geben möchte, aber kein Bargeld hat und keine einfache Alternative, geht der Moment einfach vorbei. In einer Woche ist das mal ein verlorenes Trinkgeld hier und da. Übers Jahr summiert es sich zu einem spürbaren Teil des Einkommens, den dein Team nie sieht — ohne eigenes Zutun. Trinkgeld besser zu regeln bedeutet nicht, mehr aus Kunden herauszupressen. Es geht darum, dass die Grosszügigkeit, die ohnehin schon da ist, auch wirklich bei den Menschen ankommt, die sie verdient haben.
Was deine Kunden denken, wenn es ans Trinkgeld geht
Die meisten Kunden geben gern Trinkgeld an eine Stylistin, mit der sie zufrieden sind. Was sie abhält, ist nicht Geiz, sondern Unbehagen. Sie wissen nicht genau, wie viel angemessen ist, wollen an der Kasse nicht herumfummeln, und immer mehr haben schlicht kein Bargeld dabei.
Es gibt keinen festen Betrag, und Trinkgeld ist immer die Entscheidung des Kunden — der „richtige“ Betrag ist also einfach das, was sie geben wollen. Wichtiger ist, ob die Option überhaupt besteht.
Die Botschaft ist einfach: Je leichter und diskreter du Trinkgeld machst, desto mehr von dieser Geste wird für dein Team zu echtem Geld. Nimm die Hürde weg, und du nimmst die Ausrede weg.
Mach Trinkgeld einfach — direkt beim Bezahlen
Das Einfachste, was du tun kannst: Gib deinen Kunden die Möglichkeit, Trinkgeld auf die Art zu geben, wie sie ohnehin bezahlen — am Kartenterminal. Wenn sie ihre Karte hinhalten oder einstecken, bekommen sie die Option, ein Trinkgeld hinzuzufügen — ob sie es tun, bleibt ganz ihnen überlassen. Es ist ihre Entscheidung und keine Aufforderung von dir, und das Geld kommt bei deinem Team an.
Wenn Kunden mit deinem Treatwell Pay Kartenterminal bezahlen, bekommen sie beim Bezahlen die Option, ein Trinkgeld hinzuzufügen. Zur Auswahl stehen 5 %, 10 %, 15 % oder ein individueller Betrag — und natürlich die Möglichkeit, zu überspringen. Kein Suchen nach Kleingeld und keine peinliche Pause, einfach eine kurze Option, die sie annehmen oder ablehnen können. Das Trinkgeld wird in deinen Belegen und Auswertungen separat ausgewiesen, sodass du auf einen Blick siehst, was als Trinkgeld hereingekommen ist und was nicht.
Kombiniere das mit täglichen Auszahlungen, und das Trinkgeld erreicht dein Team schon am nächsten Werktag — nicht erst Wochen später am Ende des Abrechnungszeitraums.
Wie du Trinkgeld fair im Team verteilst
Sobald das Trinkgeld reinkommt, kommt die nächste Frage: Wie verteilst du es? Und genau hier können gute Absichten für Reibung sorgen. Fair heisst nicht automatisch gleich. Alles gleichmässig aufzuteilen sieht nach der einfachsten Lösung aus, kann aber auch bedeuten, dass eine ausgebuchte Senior-Stylistin dasselbe mit nach Hause nimmt wie jemand, der einen ruhigen Tag hatte — und das fühlt sich für beide selten fair an.
Besser ist es, Trinkgeld nach klaren, sinnvollen Kriterien zu verteilen, die alle vorher kennen. Übliche Faktoren: geleistete Stunden in dem Zeitraum, Position, Erfahrung, und für wen die Kundin das Trinkgeld gedacht hatte. Es gibt nicht die eine richtige Formel. Wichtig ist, dass sie transparent und konsistent ist — und dass du sie ohne langes Herumreden erklären kannst.
In der Schweiz gibt es keine spezifische gesetzliche Vorgabe dazu, wie du Trinkgeld verteilen musst. Ein klarer, transparenter Umgang bleibt aber gute Praxis: Genau das erwartet dein Team von dir, und es erspart später Diskussionen.
Schreib deine Trinkgeld-Regelung auf
Was auch immer du entscheidest: Schreib es auf. Eine kurze, klare Trinkgeld-Regelung, in der steht, wie Trinkgeld eingesammelt und verteilt wird, nimmt das Rätselraten und Getuschel weg. Dein Team muss sich nicht mehr fragen, ob es seinen Anteil bekommt, und neue Mitarbeitende wissen ab dem ersten Tag, woran sie sind.
Eine einfache Aufzeichnung darüber, was reinkam und was rausging, ist ebenfalls wichtig. Sie schützt dich, falls jemand einmal die Verteilung anzweifelt, und hält alles offen — statt zu einem Mysterium zu werden, das nur du überblickst. Connect macht das einfach: Trinkgelder werden in deiner Auswertung als Trinkgelder erfasst, sodass du sie jederzeit findest und zusammenrechnen kannst.
Trinkgeld, Servicezuschlag und Steuern: was du richtig machen solltest
Über ein paar Punkte stolpern Salons besonders leicht.
Trinkgeld und Servicezuschlag sind nicht dasselbe. Trinkgeld ist freiwillig — deine Kundin gibt es, weil sie will. Ein Servicezuschlag ist etwas, das du zur Rechnung dazurechnest. In der Schweiz ist das unüblich: Seit 1974 gilt „Service inbegriffen“, die Serviceleistung steckt also bereits im Preis. Rechnest du trotzdem einen Zuschlag dazu, ist das schlicht Umsatz und kein Trinkgeld. Etwas zu behalten, das nach Trinkgeld aussieht, ist der schnellste Weg, das Vertrauen deines Teams zu verlieren.
Beim Thema Steuern: Trinkgeld ist in der Schweiz grundsätzlich steuerbares Einkommen. Auf der Lohnabrechnung und im Lohnausweis muss es aber nur dann auftauchen — und ist dann auch AHV-pflichtig —, wenn es einen wesentlichen Teil des Lohnes ausmacht. Als Faustregel gelten rund zehn Prozent des Jahreslohns. Für Coiffeur-, Kosmetik- und Fusspflegesalons geht die Praxis davon aus, dass Trinkgelder nur in unbedeutendem Ausmass anfallen. Für die meisten Salons heisst das: wenig Aufwand.
Ein Punkt lohnt sich trotzdem: Trinkgeld, das per Karte hereinkommt, landet zuerst auf deinem Konto. Gib es als durchlaufenden Posten ans Team weiter und verbuche es nicht als Umsatz — sonst wird es mehrwertsteuerpflichtig. Ein kurzes Gespräch mit deinem Treuhandbüro reicht, damit das von Anfang an sauber läuft.
Was passiert, wenn eine Stylistin einen Stuhl mietet
Arbeiten in deinem Salon Selbständige, die einen Stuhl mieten, statt bei dir angestellt zu sein, sieht die Sache anders aus. Trinkgeld, das eine Kundin einer selbständigen Stylistin gibt, gehört ihr — sie verbucht es als Geschäftseinnahme und rechnet Steuern und AHV selbst ab. Wickelst du ihr Trinkgeld aber über dein Kartenterminal ab, ist es für alle besser, wenn vorher klar ist, wie das funktioniert und wann das Geld bei ihr ankommt.
Gib dem Trinkgeld die Aufmerksamkeit, die es verdient
Trinkgeld ist einer der einfachsten Gewinne in deinem Salon. Die Grosszügigkeit ist schon da — sie sitzt bei deinen Kunden. Du musst nur den Weg frei machen, damit sie bei deinem Team ankommt, fair und ohne grosses Drumherum.
Richte Trinkgeld über dein Kartenterminal von Treatwell ein, verabrede eine einfache Aufteilung und schreib sie auf. Melde dich noch heute an oder logge dich bei Connect ein, um zu starten.
Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Prüfe die aktuell geltenden Regeln für deinen Salon oder sprich mit deiner Steuerberatung.
FAQs
Geben Kunden noch Trinkgeld, wenn sie nicht bar zahlen können?
Viele wollen das, aber nur, wenn es einfach geht. Eine Trinkgeld-Option am Kartenterminal fängt die Grosszügigkeit auf, die sonst verschwindet, sobald jemand merkt, dass er kein Bargeld dabei hat.
Wie sollte ich Trinkgeld im Team aufteilen?
Nach klaren, sinnvollen Kriterien, die alle vorher kennen — geleistete Stunden, Position, Erfahrung — und nicht nach einer Aufteilung, die nur du verstehst. Fair und transparent schlägt gleich-aber-willkürlich jedes Mal.
Muss ich das gesamte Trinkgeld an mein Team geben?
In der Schweiz gibt es dazu keine gesetzliche Vorgabe. Trinkgeld ist aber eine freiwillige Zuwendung an die Person oder das Team, das die Arbeit gemacht hat — nicht an den Salon. Behältst du einen Teil ein, kostet dich das Vertrauen deines Teams. Halte in deiner Regelung fest, wie verteilt wird, dann kommen die Zweifel gar nicht erst auf.
Was ist der Unterschied zwischen Trinkgeld und Servicezuschlag?
Trinkgeld ist freiwillig und geht an dein Team. Ein Servicezuschlag ist ein Betrag, den du zur Rechnung dazurechnest — in der Schweiz ist das unüblich, seit 1974 gilt „Service inbegriffen“. Rechnest du trotzdem einen Zuschlag dazu, ist er Umsatz deines Salons und kein Trinkgeld — nenn ihn also auch nicht so.
Wird Trinkgeld versteuert?
Grundsätzlich ja, Trinkgeld ist steuerbares Einkommen. Im Lohnausweis und in der AHV-Abrechnung muss es aber erst auftauchen, wenn es einen wesentlichen Teil des Lohnes ausmacht — Faustregel: rund zehn Prozent des Jahreslohns. In Coiffeur- und Kosmetiksalons ist das selten der Fall.
Und wie ist das mit Stylistinnen, die einen Stuhl mieten?
Selbständige regeln Trinkgeld, Steuern und AHV selbst. Wickelst du ihr Trinkgeld über dein Kartenterminal ab, sorge dafür, dass vorher klar ist, wie und wann sie das Geld bekommen.


